Helmut Machhammer - Homeseite  

Über Helmut Machhammer

Eröffnungsvortrag
Helmut Machhammer
Millstatt, 11. Mai 2006, 19.00 Uhr


Helmut Machhammer wurde in Kalwang geboren. Sein Talent der künstlerischen Arbeit schien sich schon während der frühen Schulzeit abzuzeichnen. Durch Unterstützung eines Lehrers verfolgte er seine berufliche Laufbahn weiter, besuchte die HTL am Ortweinplatz und unter Einfluss seines Lehrers Josef Pillhofer begann er sich mit dem bildhauerischen Schaffen auseinanderzusetzen. Es folgte ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste unter Joannis Avramidis. Helmut Machhammer lebt heute abwechselnd im Krastal, Völkermarkt und Wien.

Das grosse Thema Helmut Machhammers Arbeit ist der Mensch. Im Gegensatz zur vorherrschenden Stilrichtung des Abstraktionismus während seiner Ausbildungszeit verfolgt der Künstler eine eigene Stilrichtung, die sich eher dem figürlichen verpflichtet sieht ohne in einem Realismus wie er beispielsweise in der Plastik der Renaissance zu finden ist, zu enden. Der Künstler nimmt die Entwicklungen im Bereich der Plastik auf und versucht innerhalb der kunsthistorischen Tendenzen seine eigene Position zu formulieren. Eine menschliche Figur bleibt in jedem Fall in Machhammers Arbeit erkennbar, auch wenn Proportionen nicht immer konsequent auf Folgerichtigkeit umgesetzt werden, sondern sich die Formen, die als Teilabstraktionen kubische Gestalt annehmen können, auch nach dem Inhalt entwickeln.

Die vorliegende Ausstellung zeigt wie schon zu Beginn erwähnt einen Überblick über die Entwicklungen des Bildhauers. So sehen wir hier 2 deutlich von Giacommeti beinflusste Skulpturen, die Assoziationen an einen Baumstamm erwecken und die an den Anfang einer Chronologie der Ausstellungsexponate zu stellen sind. Machhammer baut die menschliche Figur auf 2 Achsen auf, verfolgt diesen Weg in aller Konsequenz wie das Fehlen eines Kopfes zu lesen ist. Die Struktur schafft Raum und der Raum ist für die bildhauerische Arbeit von äußerster Wichtigkeit.
Eine, auf den Bosnienkrieg Bezug nehmende Holzskulptur, die sich dem Thema „Schutzsuchen“ widmet und in ihrer klaren Ausformulierung, in der Reduktion auf das Wesentliche Gefühle des Bedrohtseins evoziert, nimmt eine Entwicklung vorweg, die in den „Purzeln“ eine sehr konsequente Ausformulierung erhält. Die menschliche Figur baut sich aus kubischen Formen zusammen – aus mitunter planen Flächen, denen eine bestimmte Funktionalität zuteil wird.

In den „Purzeln“ stellte sich der Künstler einer besonderen Herausforderung: die Formen müssen sich in dem Masse entwickeln als dass die Skulptur als Ganzes drehbar, mehrere Inhalte erkennen lässt. Vereinfacht gesagt müssen die Formen, aus denen sich die Plastik zusammensetzt, so allgemeingültig sein, dass die Skulptur einmal als Denkender, Sinnender ein andermal bei Drehung bzw. Kippen der Figur den Inhalt verändern und beispielsweise der Denkende, Sinnende zu einem Schutzsuchenden wird. Ob es dem Künstler gelang, dieses Vorhaben umzusetzen, können Sie heute für sich selbst überprüfen.

Als Repräsentant einer neuen Werkgruppe zeigt sich eine aus kleinteiligen Marmorplatten aufgebaute Arbeit. Die neue Arbeit wurde inspiriert von einer Reise in die libysche Wüste, die der Künstler u.a. gemeinsam mit dem Maler Rudi Benétik unternahm. Das Akakus-Gebirge präsentierte sich Helmut Machhammer als eine Art Elefantenhaut, deren Struktur dem Künstler ein Faszinosum darstellt. Machhammer versucht nun dieser Struktur in den neuen Arbeiten seine eigene Handschrift zu geben. Wie präsentieren sich gebrochene Linien, welche Überlagerungen schaffen Zeichnungen auch in all ihrer Dreidimensionalität? Was bedeutet Struktur für den Raum? Die Struktur schafft wieder den Raum.

Eine Gemeinschaftsarbeit mit Rudi Benétik verweist auf die starken Eindrücke, welche die beiden Künstler auf ihrer Reise durch Libyen sammelten. Machhammer hielt seine Eindrücke auch in einem Skizzenbuch fest, das tagebuchartig die Reise künstlerisch dokumentiert.

©Anja Maria Werkl

Admin Helmut Machhammer - Homeseite